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Schwäne im Winter

Der Winter ist die Zeit für gemütliche Nachmittage, gerne bin ich kreativ und die Ideen sprudeln .

Ich schaue aus dem Fenster, und sehe die klaren und kargen  Konturen des Winters. 

Was bleibt, ist Oberfläche, Linie,Struktur.

Bei einem Winterspaziergang habe ich Schwäne beobachtet.

Der Schwan tritt in dieser Jahreszeit für mich nicht als Symbol auf, auf, sondern als Form.

Er wirkt, als wäre er dem Winter nicht ausgesetzt, sondern mit ihm verwandt.

Der Schwan fügt sich darin ein – nicht als Kontrast, sondern als Fortsetzung. Seine Gestalt nimmt das Licht auf, gibt es weiter, bricht es. Wie eine Oberfläche, die auf Berührung reagiert.

Was beim Schwan sichtbar wird, ist nicht Farbe, sondern Verdichtung.

Ein Körper, der Stille trägt.

Eine Form, die Gewicht hat, ohne schwer zu wirken.

Der Winter duldet keine Ornamente.

Der Schwan auch nicht.

Beide bestehen auf Klarheit.

So habe ich die Strukturen des Schwan versucht in meine Vorlagen einzufangen. Ich habe erst mit Fotos gearbeitet, dann die einzelnen Strukturen herausgearbeitet, dann in schwarz-weiß übertragen und für euch als PDF vorbereitet.

Ein leiser literarischer Verweis…..

Der englische Dichter William Wordsworth beschreibt einen Schwan auf einem winterlichen See fast beiläufig.

“The swan on still St. Mary’s Lake

Floats double, swan and shadow.”

Wordsworths poetisches Interesse lag nicht darin, den Schwan ihn nur sprachlich zu erfassen…

sondern ihn zu sehen – und diesen Akt des Sehens sprachlich zu fixieren.

Der Effekt entsteht durch:

das ruhige Wasser die Verdopplung … Konturen und der Bewegung…

Der Text erklärt nichts.

Er fügt nichts hinzu.

Er bleibt bei dem, was da ist.

Gerade deshalb wurde diese Stelle über Generationen hinweg immer wieder zitiert:

als Beispiel für reine Wahrnehmung in der englischen Romantik.

Für mich im Kontext zu DIY & Metallprägung

Dass es keine längere, erklärende Passage gibt, passt erstaunlich gut zu meiner Arbeit:

ein Motiv eine Oberfläche ein Abdruck keine Ausschmückung…..

So wie der Schwan im Gedicht nur erscheint,

erscheint er bei mir als geprägte Linie.

Ein Körper.

Ein Schatten.

Eine Spur.

Mehr braucht es nicht –

und mehr hat Wordsworth bewusst nicht geschrieben.

Material & Werkzeug

Grundmaterial

• Metall-Prägefolie (silberfarben)

(im Bastelgeschäft oder online erhältlich, oft als „Metal Foil Sheets“ oder „Embossing Metal“)

• Weiche Unterlage

z. B. Moosgummi, Filz, eine Präge- oder Schaummatte, ein weiches Mauspad

• Gedruckte Schwan-Vorlage mit schwarzen Konturen

Werkzeuge

• Zahnstocher oder Schaschlikspieß

(Spitze ggf. leicht abrunden)

oder

• Prägestifte / Embossing-Tools mit Kugelspitzen (unterschiedliche Größen)

• Klebeband oder Washi-Tape (zum Fixieren)

• Schere oder Cutter + Schneidematte

Optional

• Weiches Tuch oder Radiergummi zum Glätten

• Dunkler Filzstift oder Wachs für mehr Tiefe in den Linien

• Lochzange (für Anhänger)

Schritt 1 – Arbeitsplatz vorbereiten

Lege die weiche Unterlage auf den Tisch.

Darauf wird die Metallfolie liegen – sie bestimmt, wie plastisch die Prägung später wirkt.

Schritt 2 – Vorlage fixieren

1. Lege die Metallfolie glatt auf die Unterlage.

2. Platziere die Schwan-Vorlage direkt darauf.

3. Fixiere Vorlage und Folie an ein bis zwei Seiten mit Tape, sodass nichts verrutschen kann.

(Die Fixierung sollte stabil, aber leicht lösbar sein.)

Schritt 3 – Konturen übertragen

Nun werden die schwarzen Linien der Vorlage nachgefahren:

1. Beginne mit der Außenkontur des Schwans.

2. Arbeite dich anschließend durch die Innenstrukturen (Hals, Flügel, Federlinien).

3. Führe das Werkzeug ruhig und gleichmäßig.

Wichtig:

Nicht ritzen, sondern prägen.

Der Druck sollte deutlich, aber kontrolliert sein.

Schritt 4 – Zwischendurch prüfen

Hebe eine Ecke der Vorlage vorsichtig an (das Tape wie ein Scharnier nutzen).

So kannst du kontrollieren, ob alle Linien gut übertragen sind.

Fehlende Stellen einfach nacharbeiten.

Schritt 5 – Volumen ausarbeiten (optional)

Für mehr Tiefe:

• Drehe die Folie um (Rückseite nach oben).

• Präge größere Flächen ganz sanft mit einer runden Kugelspitze.

So entsteht Volumen, ohne die Linien zu dominieren.

Schritt 6 – Ausschneiden

Nimm die Vorlage ab.

Schneide den Schwan aus:

• mit feinem Rand (ideal für Anhänger)

• oder exakt entlang der Kontur, je nach gewünschtem Ergebnis.

Falls nötig, jetzt ein Loch für die Aufhängung stanzen.

Schritt 7 – Feinschliff

• Kleine Unebenheiten mit einem weichen Tuch sanft glätten.

• Für stärkeren Kontrast können die Vertiefungen leicht abgedunkelt und anschließend wieder abgewischt werden – die Linien bleiben sichtbar.

Metallprägung lebt von Zurückhaltung.

Von Linie statt Farbe.

Von Druck statt Geste.

Der Schwan eignet sich besonders für diese Technik, weil seine Form ruhig ist und dennoch Spannung trägt – ideal für den Winter, ideal für den Januar.

Download – Schwan-Vorlage

Die verwendeten Schwan-Vorlagen (in unterschiedlichen Größen und Perspektiven) stehen als PDF zum Download bereit.

Sie werden direkt auf die Metallfolie gelegt und ermöglichen ein präzises Übertragen der Konturen durch einfaches Nachfahren.

Den Schwan habe ich dann mit verschiedenen Dingen dekoriert. Goldene Papier, spitze, alten Knöpfen und Kristallen von einem alten Kronleuchter. zum hängen nehme ich sehr gerne dünnen Golddraht…

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