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England-Tagebuch – Endlich on the road

Viele von euch haben sich ausführlichere Reiseberichte gewünscht. Und so dachte ich mir: Wenn schon viele Stunden Autobahn vor mir liegen, kann ich all das festhalten, was mir unterwegs begegnet und durch den Kopf geht. Vielleicht reist ihr selbst einmal nach England und könnt den einen oder anderen Tipp gebrauchen – oder ihr macht es euch einfach gemütlich und reist von zu Hause aus ein kleines Stück mit mir. Willkommen in meinem England-Tagebuch! 🇬🇧

Endlich geht es los nach Großbritannien. Diesmal allerdings ein wenig holpriger als geplant – und mit Krücken im Gepäck. Meine Muskulatur hatte beim Sport offenbar andere Vorstellungen als ich. Aber so ist das wohl: Wenn man ein altes, leicht rostiges Fahrrad ist, sollte man nicht plötzlich versuchen, mit einem Rennrad mitzuhalten. Eine Erkenntnis, die mein Körper schneller begriffen hat als ich.

Das Packen dauerte deshalb etwas länger. Im Wohnmobil herrschte zeitweise jene besondere Ordnung, bei der man genau weiß, dass man alles eingepackt hat – nur leider nicht mehr, wo. Doch irgendwann waren Mensch, Hund, Krücken und Gepäck verstaut.

Endlich: on the road!

Über die A3 ging es Richtung Köln und Aachen, dann weiter nach Belgien. Langsam senkte sich die Dämmerung über die Landschaft. Einige dieser stillen Bilder habe ich für euch festgehalten, denn gerade unterwegs sind es oft die flüchtigen Augenblicke, die sich besonders tief einprägen.

In Belgien begleiteten uns unzählige Windräder. Ihre großen Flügel drehten sich ruhig in den Abendhimmel hinein, während viele Abschnitte der Autobahn hell beleuchtet waren. Es wirkte beinahe so, als würden die Windräder eigens für uns das Licht anknipsen. Sehr freundlich von ihnen – und beim Fahren in der beginnenden Dunkelheit ausgesprochen angenehm.

Für die Nacht hielten wir auf einem beleuchteten Rastplatz mit Tankstelle. Ganz romantisch war es dort natürlich nicht. Aber Sicherheit geht vor – und selbst eine Tankstelle kann nach einem langen Reisetag wie ein kleines Hotel mit sehr großzügigem Parkplatz erscheinen.

Am nächsten Morgen ging es früh weiter in Richtung Folkestone. Dort wartete LeShuttle, der uns durch den Eurotunnel nach England bringen sollte.

Auch hier hat sich im Laufe der Jahre vieles verändert. Ganz neu war für uns diesmal, dass sogar Timmy seinen eigenen kleinen Check-in bekam. Sein Reisepass wurde an einem Schalter kontrolliert, fast so, als wolle man sich vergewissern, dass er tatsächlich geschäftlich auf die Insel reist. Wir konnten dabei im Wohnmobil bleiben, was mit Hund, Krücken und Reisegepäck eine äußerst angenehme Erfindung ist.

Am frühen Morgen liegt über dem Terminal eine ganz besondere Stimmung. Noch ist die Welt ein wenig verschlafen, und doch herrscht überall ein leises, geschäftiges Treiben. Fahrzeuge rollen heran, Schranken öffnen sich, Lichter blinken – und schließlich fährt man langsam durch die schmalen Waggons des Zuges.

Dann steht das Wohnmobil plötzlich mitten in einem Zug.

Ein etwas sonderbarer Gedanke, wenn man genauer darüber nachdenkt. Also denkt man lieber nicht zu genau darüber nach.

Die Türen schließen sich, die Reise unter dem Meer beginnt – und mit jedem Kilometer wächst die Vorfreude. Denn auf der anderen Seite wartet sie schon: blauer Himmel. Das klingt vielleicht ein wenig überraschend, aber gefühlt erwartet uns in England eigentlich immer strahlender Sonnenschein – ganz egal, zu welcher Jahreszeit wir reisen.

die Insel, ihre grünen Landschaften, ihre Gärten, ihre kleinen Dörfer – und bestimmt auch das eine oder andere Abenteuer.

England, wir kommen. Ein wenig langsamer diesmal, mit Krücken und rostigem Fahrradgefühl – aber mit mindestens ebenso großer Vorfreude.

Herzlichst eure Anette🇬🇧

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